Barrierefreie Websites

Der Begriff „Barrierefreiheit“ wird häufig noch auf die rollstuhlgerechte Gestaltung von Gebäuden reduziert. Tatsächlich ist das Thema aber auch bei der Gestaltung und Entwicklung von Websites hochrelevant.

Was heißt Barrierefreiheit?

Brailletastatur für barrierefreies Internet

Grundsätzlich sollen alle Menschen bestehende Räume und Einrichtungen betreten sowie Gegenstände und immaterielle Produkte (wie Medien) nutzen können. Das gilt auch für Menschen mit Behinderung. Die Dinge müssen also so konstruiert und gestaltet sein, dass sie ohne fremde Hilfe auffindbar, nutzbar und zugänglich sind.

Wie im "realen" Leben auch erkennt man bestehende Barrieren im Internet meist erst, wenn man selbst betroffen ist. Dabei ist gerade für Menschen mit Behinderungen und Senioren mit eingeschränkter Sehkraft oder motorischen Störungen der Zugang zum Internet wichtig, weil er ihren Aktionsradius beträchtlich erweitert. Umso ärgerlicher ist es, wenn schwache Kontraste, kleine Schriften, umständliche Handhabung oder schlecht strukturierte Inhalte das Lesen von Websites erschweren.

Barrierefreies Webdesign nimmt sich dieser Probleme an. Es berücksichtigt:

  • Blinde, die zum Lesen von Inhalten auf Programme wie Screenreader angewiesen sind
  • Menschen mit Seheinschränkungen, z.B. Kurz- und Weitsichtigkeit, Farbfehlsichtigkeit
  • Menschen mit Spastiken oder anderen motorischen Einschränkungen, die deshalb keine Maus bedienen können und mit der Tastatur navigieren müssen
  • Gehörlose, die mit der Schriftsprache oft Probleme haben
  • Menschen mit kognitiven Behinderungen, die lange und umständlich formulierte Sätze, Fremdwörter und komplizierte Navigationen nicht oder nur schlecht verstehen
  • User, die aufgrund veralteter technischer Ausstattung, z.B. älterer Browser-Versionen, modern gestaltete Inhalte nur beschränkt anzeigen können
  • Ältere Menschen, die motorisch eingeschränkt oder unsicher im Umgang mit dem Internet sind

Welche Vorteile haben barrierefreie Websites?

Beispiel für zertifiziertes barrierefreies Internet: Portal der Krankenkasse BIG direkt

Schon seit dem Jahre 2002 schreibt die sogenannte "Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung" (BITV) die barrierefreie Umsetzung für Websites des Bundes und der Länder vor. Die freie Wirtschaft hat das Thema lange ignoriert. Erst allmählich werden sich viele Unternehmen ihrer sozialen Verantwortung bewusst, vor allem auch deshalb, weil sie den großen Zusatznutzen der barrierefreien Gestaltung erkennen:

  1. Sie sorgt – praktisch nebenbei – für eine gute Gesamtfunktion. Über schnelle Ladezeiten, weitreichende Browser- und Geräte- Kompatibilität sowie niedrige Wartungskosten freuen sich alle Nutzer und auch die Betreiber der Website.
  2. Darüber hinaus lassen sich barrierefrei programmierte Webseiten besonders gut durch Suchmaschinen indizieren. Dies führt zu einer besseren Positionierung ("Ranking") in den Ergebnislisten und kann somit den Geschäftserfolg steigern.
  3. Optimale Nutzbarkeit und Zugänglichkeit machen die Seiteninhalte auch für Usergruppen attraktiv, die bislang wegen technischer oder körperlicher Barrieren davon ausgeschlossen waren. Die Zahl potentieller Besucher oder Kunden kann dadurch deutlich anwachsen.

Barrierefreie Websites kommen also nicht nur Menschen mit Einschränkungen entgegen, sondern können maßgeblich zum geschäftlichen Erfolg eines Internetauftritts beitragen.

Was bedeutet barrierefreies Webdesign in der Praxis?

Die wesentlichen Anforderungen an barrierefreie Websites hat das W3C-Konsortium für Internetstandards in seinen Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (auf Englisch "Web Content Accessibility Guidelines", kurz WCAG) zusammengefasst. Auf diesen Richtlinien basiert zu großen Teilen auch die oben erwähnte "Barrierefreie- Informationstechnik- Verordnung" in ihrer aktuellen Version. Sie definieren die grundlegenden Kriterien zur Optimierung der Wahrnehmbarkeit, der Bedienbarkeit, der Verständlichkeit sowie der Robustheit von Websites.

Wer barrierefreie Seiten entwickeln will, muss demzufolge verschiedene Aspekte berücksichtigen:

  1. In ihrer Gestaltung sollen die Inhalte auch für Menschen mit Seheinschränkungen gut erkennbar sein. Dies erreicht man z.B. durch hohe Kontraste, die vor allem für sehbehinderte und farbenblinde Nutzer wichtig sind. Auch frei skalierbare Schrifttypen und Schriftgrößen sowie Farben und Zoom- Stufen über die Browser-Einstellungen sind sinnvoll.
  2. Die technische Struktur der Websites soll auch mit veralteter oder eingeschränkter technischer Ausstattung Inhalte lesbar darstellen können. So sollten weder Javascript noch Flash-Plugin unbedingt erforderlich sein, um relevante Inhalte abzurufen. Gut strukturierter und einwandfreier HTML-Code sorgt dafür, dass blinde User sich Texte mit Hilfe von Screenreadern vorlesen lassen können. Außerdem erleichtert er die Navigation über die Tastatur.
  3. Die Inhalte selbst sollen einfach und klar strukturiert sein. Inhalte, die wichtig für das Verständnis des Seitenthemas sind, sollten nicht in Bildern, Videos oder Audiodateien versteckt sein. Falls dies doch der Fall ist, ist es hilfreich, Bilder  mit einem entsprechenden Alternativ-Text bzw. Audio- und Video-Dateien mit Untertiteln zu versehen. Screenreader oder Braille-Lesegeräte können diese Informationen dann trotzdem gut entschlüsseln.
  4. Die Barrierefreiheit soll über den Erstaufbau von Websites hinaus dauerhaft sichergestellt sein. Das betrifft sowohl die technische Betreuung und Weiterentwicklung als auch redaktionelle Arbeiten. Laufende Tests bei neu entwickelten Funktionen oder Website-Bereichen garantieren allen Usern einen gleichbleibend guten Zugang. Wichtig ist auch eine Feedback-Option. So können User mit und ohne Einschränkungen den Entwicklern Probleme zeitnah mitteilen.

Welche Dienstleistungen bietet brainbits in diesem Bereich?

Wir haben uns auf die Entwicklung barrierefreier Webauftritte spezialisiert und verfügen über ausgewiesene Experten und Referenzen auf diesem Gebiet. Für unseren Relaunch des Internetportals der BIG direkt gesund haben wir sogar das Zertifikat 95+ der BIK (vergeben vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.) erhalten.

Logo des Projekts BIK - Prüfzeichen 95plus

Unsere professionellen Serviceleistungen umfassen folgende Gebiete:

  • Analyse bestehender Websites
  • Konzeption und Projektierung
  • Technische Optimierung, Anpassung oder gegebenenfalls Neuentwicklung
  • Migration der Inhalte
  • Tests
  • Einführung einer ständigen Qualitätssicherung
  • Durchführung von Selbst- und Tandem-Tests sowie Zertifizierung

Seit 1999 arbeiten wir, das Team von brainbits, engagiert, professionell und zuverlässig im Dienst unserer Kunden. Da unsere Entwicklung zu 100 Prozent agil verläuft, entwickeln wir die Projekte in kleinen, aber feinen kompetenten Teams, die auch Ihr Vorhaben von Anfang bis Ende kontinuierlich begleiten.