von Hanna Schilling
| 01.08.2019 |
- Insights
Wertvolle Infos für kleinere und größere Notfälle
Die Versorgung von Wunden ist eine recht häufige Hilfeleistung. Ersthelfer:innen müssen dabei immer darauf achten, sich selbst zu schützen. Blutende Wunden sollten nur mit Handschuhen versorgt werden.
So legt man einen Druckverband an
Wenn eine Wunde stark blutet, müssen Sie einen Druckverband anlegen, und zwar bevor Sie den Rettungsdienst verständigen.
Mit Hilfe einer Kollegin habe ich hier nachgestellt, wie Sie einen Druckverband anlegen.
Weiterführende Informationen zum Thema „Wunden“ gibt es hier.
Ohnmacht und stabile Seitenlage
Kommt man als Ersthelfer:in in eine Situation, in der eine Person zusammenbricht oder bereits ohnmächtig auf dem Boden liegt, kontrolliert man zunächst das Bewusstsein:
So prüft man die Bewusstlosigkeit
Atmet die bewusstlose Person, wird sie in die stabile Seitenlage gebracht. Dazu geht man wie folgt vor:
Neben der Person knien, ihre Beine ausstrecken und den Arm, der einem selbst am nächsten ist, angewinkelt nach oben legen
Den anderen Arm der Person greifen und die Handoberfläche gegen ihre Wange legen. Dort wird die Hand dann festgehalten
Den weiter entfernten Oberschenkel der Person in der Nähe der Kniekehle greifen und das Bein beugen
Die Person auf sich zu ziehen und den Hals überstrecken, damit die Atemwege frei werden
Ich habe die stabile Seitenlage mit meiner Kollegin Regine nachgestellt, um die beschriebenen Schritte zu verdeutlichen.
Weiterführende Informationen zum Thema „Stabile Seitenlage“ gibt es hier.
Keine Zeit verlieren und sofort wiederbeleben
Falls eine bewusstlose Person nicht atmet, müssen Sie sofort den Rettungsdienst verständigen oder veranlassen, dass dieser alarmiert wird. Gleichzeitig muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Diese sollte nicht unterbrochen werden, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist.
Ausführliche Informationen mit Anleitung zur „Herz-Lungen-Wiederbelebung“ gibt es hier.
Laien-Reanimation: besser ohne Atemspende als gar nicht
Fast jeder hat schon einmal einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Bei den meisten ist dies aber schon viele Jahre her und die Kenntnisse wurden nie wieder aufgefrischt. Laut Untersuchungen trauen sich die meisten solcher "Laien" eine Herz-Lungen-Wiederbelebung nicht zu und verzichten im Notfall darauf. Die meisten fürchten dabei die Beatmung. Viele Menschenleben könnten aber gerettet werden, wenn bei einem Herzstillstand zumindest eine Herzdruckmassage erfolgt, bis der Rettungsdienst eintrifft. Pro Minute ohne Herzmassage sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 Prozent. Aus diesem Grund empfiehlt z. B. die Deutsche Herzstiftung inzwischen die sogenannte "Laien-Reanimation". Sie verzichtet auf die Atemspende, weil allein die Herzdruckmassage im Notfall Leben retten kann.
Erste Hilfe leisten ist Pflicht
Übrigens: In Deutschland ist jeder Mensch ab einem Alter von 14 Jahren verpflichtet, Erste Hilfe im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten zu leisten. Erste Hilfe setzt aber nicht, wie viele glauben, fachliches Wissen voraus. Einen Notruf absetzen oder eine Unfallstelle absichern ist auch Erste Hilfe und kann von fast allen geleistet werden.
Dabei sind Ersthelfer auch versichert: Sollte Ersthelfer:innen selbst ein Schaden durch die Maßnahme entstanden sein, können sie Schadenersatz erhalten. Erleidet die gerettete Person einen Sach- oder Körperschaden, z. B. durch das Wegschleifen von einer Unfallstelle, kann man als Ersthelfer:in dafür nicht belangt werden.
Auffrischung gibt Sicherheit
Sie sehen: Es gibt viele Gründe, einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen. Er macht sogar Spaß und verankert wichtiges Wissen. So habe ich mehr Sicherheit und einen kühleren Kopf bei Notfällen im Alltag. Machen Sie doch auch mal wieder einen!